Ein geringeres Übel

Ghassan Salhab

Wort für Wort

die Konstruktion von Hass

wie eine Geisterstadt, bevölkert nur von

von Schatten, die an den Wänden vorbeiziehen,

wie die grausamsten aller chinesischen Lampions

denn der Mensch ist weniger als ein Schatten,

er ist nur ein Fehler, eine gestörte Leidenschaft

oder abscheulich, und das Gedicht ist erschaffen um

nicht mehr zu weinen.

Leopoldo María Panero

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VON SAIGON NACH KABUL

Reflexion über einen Zusammenbruch

Der folgende Beitrag erschien (anonym) unmittelbar vor der Eroberung von Kabul durch die Taliban auf Lundi Matin. Wir haben ihn übersetzt, weil es zu diesem historischen Einschnitt jenseits von (berechtigten) humanitären Appellen praktisch nichts fundamentales aus der radikalen Linken gibt. Und weil er, auch wenn nicht jede einzelne Prognose eingetreten ist oder eintreten wird, viele wichtige Facetten und Perspektiven enthält. Von denen wir auch nicht alle teilen. aber das hier ist ja auch kein Zentralorgan von was auch immer. Sunzi Bingfa

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A propos Pass (Sanitaire)

Jeanne Casilas

In einer Zeit, zu einem Zeitpunkt, an dem die Segregation zwischen Geimpften und Ungeimpften zu einem bestimmenden Merkmal der staatlichen Pandemie Politik im Ausnahmezustand wird, haben wir in dieser Ausgabe gleich zwei Beiträge zum “Gesundheitspass” übersetzt, der in Italien Grüner Pass und in Frankreich Pass Sanitaire heisst. Letztens haben wir uns noch geweigert , einen Text zu diesem Prozeß zu übersetzen, weil in ihm von Apartheid die Rede war, angesichts der Dynamiken der Maßnahmenpolitik und der Verrohung in der Gesellschaft selbst fragen wir uns, ob diese Zuschreibung nicht doch die Dystopie der unmittelbaren Zukunft zutreffend beschreibt. Eine Übersetzung aus der Lundi Matin #299. Sunzi Bingfa

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Die Psychiatrie in Zeiten von COVID 19

Sandrine Deloche

Eine verstörende Analyse und zugleich Anklage, die auf Lundi Matin erschien und die wir für Sunzi Bingfa übersetzt haben. Ähnliche Erfahrungen kennen auch hierzulande alle, die in diesem Bereich arbeiten und sich einen kritischen Blick bewahrt haben. Die schrittweise Ausschaltung der eigentlichen Zuständigen mit Sachverstand in den Ämtern und die Übertragung an sogenannte Fallmanager in den Kostenstellen, die über keinerlei professionelle Befähigung zur Beurteilung von psychischen Problemen und den Möglichkeiten des Umgangs damit verfügen. Die Etablierung von sogenannten Smart Zielen und der Einforderungen von schnellen Erfolgen diesbezüglich. Eine Welt, die nichts von Beziehungsaufbau und Beziehung halten weiß und wissen will, die keine Vorstellung davon kennt, wie lange und zäh das Ringen um das Vertrauen verstörter und traumatisierter Seelen ist.

Eine stationäre Psychiatrie, in der alle Aufbrüche infolge der 68er Revolte in Vergessenheit zu geraten drohen, die auf dem besten Weg ist, wieder eine Verwahr- und Wegschließpsychiatrie zu werden. In der der Horizont einer gemeindenahen Psychiatrie oder sogar einer “Anti-Psychiatrie in der Psychiatrie” schon lange nicht mehr sichtbar ist.

Die Zuspitzung dieser ganzen Entwicklung, die schon seit vielen Jahren andauert, in der Corona Pandemie, die so fragwürdige Methoden wie Tele-Psychotherapie nach vorne gepusht hat, oder das Elend, dass es bedeutet, sich selbst unter Tränen zu offenbaren und dabei in vermummte Gesichter schauen zu müssen, die dauerhaften Schädigungen gerade der kindlichen Seelen durch die sogenannten unabdingbaren Maßnahmen. Die weitgehende öffentliche Ignoranz diesbezüglich, oder die Degradierung zu sogenannten “Kollateralschäden” eines “Krieges gegen das Virus”, der selbst schon psychopathologische Züge angenommen hat.

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In ihren Augen

Ghassan Salhab

Ein weiterer Text von Ghassan Salhab aus dem Libanon. Wir haben ihn ja bereits zweimal übersetzt (Eins | Zwei ). Nur Worte, die doch alles bedeuten. Traurig, wütend, desperat, unglaublich traurig, wütend und desperat. Und voller Sehnsucht, der einzigen Sehnsucht, die noch geblieben ist, die Sehnsucht danach, einmal, nur dieses eine Mal, die Angst in ihren Augen zu sehen. Sunzi Bingfa

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EIne Kunst in der Katastrophe – Die umzingelte Party

Mathilde Girard

Blackbloc/Ravebloc, diese Vermischung, diese Allianz, ist die Verkürzung eines Phänomens dessen was sich derzeit in Frankreich auf den Straßen abspielt, etwas philosophischer kommt wie meistens Lundi Matin daher, wo dieser Beitrag zum Thema erschien, den wir für die Sunzi Bingfa übersetzt haben.

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Samstag ist Regenschirm Tag

Eine weitere Übersetzung aus Lundi Matin

Es spricht sich herum unter den Truppen der letzten Verteidigungslinien eines sich im Absterben wiederfindenen Empires, den Anführern der Verteidigungstruppen, den Bullenchefs und Staatssekretären, die 7. Internationale, die Internationale der Aufständischen, also die historisch wirkliche und endgültige Internationale, ist dabei, sich im gegenseitigen Fernunterricht, also im derzeit gängigen Modus, die Techniken des Aufstandes näher zu bringen. Und der hochbezahlte und hochgerüstete Sicherheitsapparat immer natürlich auf der Höhe der Zeit, hat da diese Sache mit den Regenschirmen nach monatelanger intensiver Undercover Recherche aufgedeckt. Nachdem zwei Wochenenden hintereinander die Bullen in Paris trotz Pandemie Ausnahmezustand vorgeführt wurden und bei den Demos gegen die neue Sicherheitsgesetze einiges zu Bruch ging und so manche Bullen Einheit so schnell flüchten musste, dass sie einander über ihre eigenen Beinen strauchelten, zog man am 12.Dezember 5000 Bullen aus dem ganzen Land zusammen und prügelte über Stunden in Paris auf die Demonstranten sein. Nebenbei produzierte man Festnahmezahlen im dreistelligen Bereich und da es so wenig gerichtsfestes zu präsentieren gab, informierte man die Öffentlichkeit über die unerhörten Vorgänge… Sunzi Bingfa

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„Wie ich entführt wurde“

Cesare Battisti

Wir haben schon mehrmals in der Sunzi Bingfa Texte von Cesare Battisti veröffentlicht, bzw. auf die Umstände seiner Inhaftierung hingewiesen (Eins | Zwei | Drei | Vier). Hier nun einige weitere Zeilen, die u.a. als Antwort auf die Fragen von zwei Journalisten auf Lundi Matin veröffentlicht wurden. In ihnen benennt er auch den Verrat der “antiimperialistischen” Regierung von Evo Morales, die ihn entgegen voriger Zusagen an seine italienischen Häscher überstellt hat und setzt sich erneut mit der historischen Verantwortung eines jener Individuen auseinander, das als Teil der Massenbewegung des Italiens der 70er Jahre zur Waffe gegriffen hat.

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