In ihren Augen

Ghassan Salhab

Ein weiterer Text von Ghassan Salhab aus dem Libanon. Wir haben ihn ja bereits zweimal übersetzt (Eins | Zwei ). Nur Worte, die doch alles bedeuten. Traurig, wütend, desperat, unglaublich traurig, wütend und desperat. Und voller Sehnsucht, der einzigen Sehnsucht, die noch geblieben ist, die Sehnsucht danach, einmal, nur dieses eine Mal, die Angst in ihren Augen zu sehen. Sunzi Bingfa

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EIne Kunst in der Katastrophe – Die umzingelte Party

Mathilde Girard

Blackbloc/Ravebloc, diese Vermischung, diese Allianz, ist die Verkürzung eines Phänomens dessen was sich derzeit in Frankreich auf den Straßen abspielt, etwas philosophischer kommt wie meistens Lundi Matin daher, wo dieser Beitrag zum Thema erschien, den wir für die Sunzi Bingfa übersetzt haben.

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Samstag ist Regenschirm Tag

Eine weitere Übersetzung aus Lundi Matin

Es spricht sich herum unter den Truppen der letzten Verteidigungslinien eines sich im Absterben wiederfindenen Empires, den Anführern der Verteidigungstruppen, den Bullenchefs und Staatssekretären, die 7. Internationale, die Internationale der Aufständischen, also die historisch wirkliche und endgültige Internationale, ist dabei, sich im gegenseitigen Fernunterricht, also im derzeit gängigen Modus, die Techniken des Aufstandes näher zu bringen. Und der hochbezahlte und hochgerüstete Sicherheitsapparat immer natürlich auf der Höhe der Zeit, hat da diese Sache mit den Regenschirmen nach monatelanger intensiver Undercover Recherche aufgedeckt. Nachdem zwei Wochenenden hintereinander die Bullen in Paris trotz Pandemie Ausnahmezustand vorgeführt wurden und bei den Demos gegen die neue Sicherheitsgesetze einiges zu Bruch ging und so manche Bullen Einheit so schnell flüchten musste, dass sie einander über ihre eigenen Beinen strauchelten, zog man am 12.Dezember 5000 Bullen aus dem ganzen Land zusammen und prügelte über Stunden in Paris auf die Demonstranten sein. Nebenbei produzierte man Festnahmezahlen im dreistelligen Bereich und da es so wenig gerichtsfestes zu präsentieren gab, informierte man die Öffentlichkeit über die unerhörten Vorgänge… Sunzi Bingfa

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„Wie ich entführt wurde“

Cesare Battisti

Wir haben schon mehrmals in der Sunzi Bingfa Texte von Cesare Battisti veröffentlicht, bzw. auf die Umstände seiner Inhaftierung hingewiesen (Eins | Zwei | Drei | Vier). Hier nun einige weitere Zeilen, die u.a. als Antwort auf die Fragen von zwei Journalisten auf Lundi Matin veröffentlicht wurden. In ihnen benennt er auch den Verrat der “antiimperialistischen” Regierung von Evo Morales, die ihn entgegen voriger Zusagen an seine italienischen Häscher überstellt hat und setzt sich erneut mit der historischen Verantwortung eines jener Individuen auseinander, das als Teil der Massenbewegung des Italiens der 70er Jahre zur Waffe gegriffen hat.

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Der Wind weht, wo er will

Jeanne Casilas

„Kunst ist wie Feuer, sie wird aus dem geboren, was brennt.“

Jean-Luc Godard

Eine weitere (sinngemäße) Übersetzung aus der von uns hochgeschätzten Lundi Matin. Zeilen wie diese sind es, die uns daran hindern endgültig den Verstand und die Liebe zu den Menschen zu verlieren, bei all der Gleichgültigkeit und Begriffslosigkeit, die uns wie eine Wüste umgibt. Sunzi Bingfa

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Der wirkliche Name des „zweiten Einschlusses [1]“ – [Manöver zur Unterbrechung der Kommunikation]

Aclin

Es gibt sie noch, die (linken) Köpfe, die die (erneute) vielfältige Selektions – und Internierungspraxis im Pandemie Ausnahmezustand kritisch und radikal dechiffrieren und angreifen. Bedauerlicherweise nur sehr begrenzt hierzulande, wo immer noch Schweigen im Walde und Akklamation vorherrschen und die einzige Hoffnung auf die Rettung “der Welt wie wir sie kennen”, ausgerechnet die Pharma Industrie zu sein scheint, während in der Wahrheit, die WIR die Wirklichkeit nennen, eine Dystopie sich erhebt, die uns staunen und zittern lässt, oder wie John Sinclair sagen würde, uns das Blut in den Adern gefrieren lässt. Eine sinngemäße Übersetzung aus der aktuellen Lundi Matin, die frankophilen Leser*innen mögen Nachsicht üben. Sunzi Bingfa

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Die Abwehr (immun) Demokratie

Donatella Di Cesare

Die Debatte der deutschen Linken, auch ihrer radikalen Teile, über die Politik des Pandemie Ausnahmezustandes, ist in großen Teilen zutiefst von einer Position geprägt, die in früheren Zeiten zurecht als Metropolenchauvinismus bezeichnet wurde. In der Unterordnung unter das Virenregime, der ständigen Reproduktion der staatlichen Handlungsanweisungen, in der Orientierung auf die soziale Abfederung in den reichen Ländern fällt die Brutalität der weltweiten Verwerfungen infolge der Politik der Einschliessung nicht zufällig hinten runter, was bleibt ist reiner Humanismus, in der die Forderung nach der Aufnahme einiger exemplarischen Flüchtlinge eine Scharnierfunktion zwischen einem linken CDU Flügel und der refugees welcome Linken bildet. Die Tatsache, dass die bisherigen Maßnahmen der Einschliessung allein in Afrika mehr Tote als die Corona Pandemie selber fordern, weil Impfkampagnen wegbrechen, medizinische Versorgung jenseits von COVID 19 zusammenbricht, Abermillionen ihre bescheidenste Existenzgrundlagen verloren haben… ist einer postmodernen Linken, die selbstverliebt in ihr kleinbürgerliches “Luxus für alle” ist, nicht einmal eine Randbemerkung wert. Es bedarf also einer grundsätzlichen Kritik, der gegenwärtige Zustand der Zuspitzung liefert indem er die eigentlichen Mechanismen des Gesamten bloß legt, im Nebenstrang, der doch in Wirklichkeit der eigentliche ist, genau diese Möglichkeit. Man ergreift sie oder suhlt sich in selbstgerechten Humanismus.

Eine Übersetzung aus der Lundi Matin vom 25. Oktober, der Beitrag ist ein Auszug aus dem Buch “Un Virus Souverain – L’asphyxie capitaliste” von Donatella Di Cesare, das jüngst bei “éditions La Fabrique” erschienen ist. Sunzi Bingfa

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Die mediale Impfung der Angst

Olivier Cheval

Ein Ring, sie zu knechten, sie alle zu finden, Ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden“

Es ist schlechterdings unmöglich hierzulande nur ansatzweise eine Diskussion über die Sinnhaftigkeit bestimmter Maßnahmen im Pandemie Ausnahmezustand führen zu wollen. Jeder Dissens wird pathologisiert und wer es dennoch wagt wird sofort in politische Lager verortet, die ihm fremder nicht sein könnten. Mir schrieb im Frühjahr ein mir wohlgesonnener jüngerer Genosse besorgt, ich solle doch bitte aufpassen, was ich für Positionen in meinen Pandemie Kriegstagebüchern vertrete, er wünsche mir nur das beste, aber ich sei in echter Gefahr als etwas wahrgenommen zu werden, von dem er annehme dass ich dies nicht sei. Nun, ich habe es mit Nanni Balestrini gehalten, der auf seine alten Tage öffentlich festgestellt hatte, dass “da keine radikale Linke mehr sei, nur Leere” und das er sich nun fortan lediglich als Chronist der gesellschaftlichen Entwicklung sehe. Umso erbaulicher fällt immer wieder der Blick über die Grenzen und die Erkenntnis das es immer wieder Stimmen gibt, die die Anstrengung der Übersetzungsarbeit lohnen. Ein Beitrag aus der letzten Ausgabe von Lundi Matin. Sebastian Lotzer

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