Unabhängige Erste Mai Demo Ostberlin 1990

Am 1. Mai 1990 folgten um die 2000 Menschen einem Aufruf von Ostberliner Gruppen zu einer eigenständigen Demo, die an der “Ständigen Vertretung der BRD in der DDR” begann und zum Kollwitzplatz zog. In einem Aufruf wurde sich “gegen die Schaffung von Filialen der BRD-Banken in der DDR, gegen die Einbeziehung in die EG und die Errichtung des EG-Binnenmarktes 1992 (auf dem Gebiet der DDR)” positioniert. Weiter “werden die Neonazi-Überfälle und die Ausländerfeindlichkeit in der DDR verurteilt. Es wird zur Unterstützung der besetzten Häuser aufgerufen.”

„Unabhängige Erste Mai Demo Ostberlin 1990“ weiterlesen

No Expo: “Der schwarze Block hat uns das Fest verdorben” – Der 1. Mai 2015 in Mailand

Ein unvergessener, magischer Augenblick: nachdem der black bloc über Stunden an diesem ungewöhnlich grauen 1. Mai durch Mailand gezogen war und kaum eine Schaufensterscheibe heil geblieben ist. löst er sich ins Nichts auf. Zurück bleiben nur Helme, Knüppel, schwarze Jacken und Umhänge. Ein zeitgenössischer Bericht, der wenige Tage danach veröffentlicht wurde. Sunzi Bingfa

„No Expo: “Der schwarze Block hat uns das Fest verdorben” – Der 1. Mai 2015 in Mailand“ weiterlesen

“Einen Krieg beenden, eine Bewegung erfinden” – Der 1. Mai 1971 in Washington D.C.

Eine weitgehend in Vergessenheit geratene Massenmobilisierung, die wir bei den Genoss*innen von libcom gefunden und für diese Sonderausgabe der Sunzi Bingfa zum 1. Mai übersetzt haben. Es muß ja nicht immer Straßenschlacht sein, auch wenn wir einiges an der Kritik an den radikaleren Gruppierungen in der damaligen USA nicht teilen. Auf jeden Fall ein zeitgenössisches Dokument über eine beeindruckende Mobilisierung, die ihre Spuren bis ins Heute hinterlassen hat und die z.B. auch in den Affinitäts Debatten fortlebt. (Die diversen Fußnoten haben wir weggelassen, Ihr findet sie im Original bei libcom)

„“Einen Krieg beenden, eine Bewegung erfinden” – Der 1. Mai 1971 in Washington D.C.“ weiterlesen

“Ich hab’ so Heimweh nach dem Kurfürstendamm”

Sebastian Lotzer

Wenigstens keine neue “Offensive”, kein “Unregierbar”, keine vollmundig verbalradikalen Ankündigungen, stattdessen nun also bunt und divers, der 1. Mai in Berlin soll “familienfreundlich” werden, das Schweinesystem hat versagt, weil es keinen “echten Lockdown” gestemmt bekommen hat, bald kommt die revolutionäre Ausgangssperre. Gruppierungen, die sich nicht zu schade waren, mit Grünen, Linke und SPD Menschenketten zu bilden, verkünden nun mit stolzgeschwellter Brust die Übernahme des Frontblocks. Der 1. Mai in seiner Essenz: Einmal im Jahr die eigene gesellschaftliche Bedeutungslosigkeit vergessen machen, eine Demo mit 10.000 Menschen anführen. Selber unfähig Geschichte zu schreiben, bietet das Event 1. Mai seit vielen Jahren Gelegenheit sich im historischen Kontext herausputzen zu können. Eitle Selbstgefälligkeit, der die dumpfe Masse, die hinterher latscht, völlig egal ist, so wie der dumpfen Masse selber, die mit dem Wegebier in der Hand irgendwelchen roten oder was auch immer für Fahnen hinterher latscht, eigentlich auch die genauen Bestimmungen des Ganzen ziemlich egal sind. Mensch könnte am 1. Mai auch für niedrige Bierpreise oder kostenlose Bartrasuren demonstrieren, es kämen trotzdem jene 10.000 die Teil des fifteen-minutes-fame framing sein wollen.

„“Ich hab’ so Heimweh nach dem Kurfürstendamm”“ weiterlesen