Erster Mai 1998 Leipzig – Nazi Aufmarsch stoppen (gestoppt!)

Eine Materialsammlung über eine der gelungensten Antifa Massenaktionen nach der Wiedervereinigung am 1. Mai 1998 in Leipzig, bei dem etliche Nazis ordentlich was abbekamen und 4000-5000 angereisten Faschisten am Ende, entgegen aller vollmundigen Ankündigungen, nur eine stationäre Kundgebung gelang. Neben etlichen kaputten Nazikarren litt auch die Moral der ‘kämpfenden Truppe’ und Worchs missglückte Versuche in den Folgejahren die “Schmach von Leipzig wiedergutzumachen”, waren auch nicht gerade von Erfolg gekennzeichnet. Möglich wurden die antifaschistischen Erfolge an diesem Tag vor allem durch ein massenhaftes dezentrales Vorgehen und eine gut vorbereitete Logistik, worauf auch der Auszug aus dem VS Bericht verweist. Aus der Geschichte lernen heißt…Sunzi Bingfa

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Sūnzǐ Bīngfǎ Nr. #20 – 1. Mai Sonderedition

In der PDF Version findet ihr als Bonus ein Aufruf aus Frankreich: Für einen festlichen und kämpferischen 1. Mai 2021 – Ein Aufruf aus Lille

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1. Mai 1929 – Der “Blutmai” in Berlin

1. Mai 1929: der sozialdemokratische Bullenpräsident Zörgiebel hat alle öffentlichen Versammlungen zum 1. Mai verboten, bereits seit Dezember des Vorjahres gilt ein generelles öffentliches Versammlungsverbot in Berlin. In der KPD hat sich der stalinistische Flügel um Thälmann durchgesetzt, “Abweichler” sind aus allen wichtigen Strukturen der Partei heraus gesäubert worden, die Partei exekutiert Stalins “Sozialfaschismusthese”, obwohl auf den Straßen und in den Saalschlachten Arbeiter*innen von KPD und SPD oftmals Seite an Seite gegen die Nationalsozialisten kämpfen. Die wirtschaftliche Situation ist katastrophal, drei Millionen Menschen sind ohne Arbeit, die Arbeitslosenunterstützung ist auf eine Dauer von nur noch sechs Wochen gekürzt worden, danach bleiben den verzweifelten Menschen nur noch die Suppenküchen.

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Erster Mai 1987 – Der Kontrollverlust aus polizeilicher Sicht

Die folgende Chronologie bildet den ‘polizeilichen Verlaufsbericht’ ab, wie er am 5. Mai 1987 in der Berliner Morgenpost veröffentlicht wurde. Wir haben ihn für diese Ausgabe der Sunzi Bingfa komplett transkribiert, um ihn online stellen zu können.

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Nur Stämme werden überleben

Sebastian Lotzer

Der 1. Mai 1989 in Westberlin. Die für damalige Zeit extrem hohe Anzahl von 1.600 Bullen sind im Einsatz, darunter die neu aufgestellte Sondereinheit EbLT, die auf linken Demo so gewalttätig vorgeht, dass sie nach wenigen Jahren wieder aufgelöst wird, weil sich die brutale Gewalt schlecht verkaufen lässt. Nutzt alles nichts…, an der Revolutionären 1. Mai Demo, die in diesem Jahr das zweite Mal nach dem Kiezaufstand von 1987 stattfindet, nehmen um die 10.000 Leute teil. Es kommt zu diversen Angriffen auf Bullen, kaputten Fensterscheiben und Plünderungen, erst nach zwei Drittel der Route durch Kreuzberg und Neukölln gelingt es den Bullen, die Situation wieder unter Kontrolle zu bekommen und entlang der Demo Spalier aufzuziehen, trotzdem kommt es beim Abstrom der Demo von Neukölln nach Kreuzberg zu weiteren zahlreichen kaputten Schaufensterscheiben am Kottbusser Damm. Nach einem kurzen Atemholen beginnen am und rund um den Lausitzer Platz Straßenkämpfe, die sich bis in die Nacht hinziehen. Bulleneinheiten werden wiederholt eingekesselt oder müssen sich in panischer Flucht zurückziehen, am Ende sind ein Viertel der eingesetzten Bullen verletzt, über 150 Polizeifahrzeuge teilweise erheblich beschädigt, bei um die 60 Geschäften sind die Glasfronten zerstört, es entstehen Sachschäden in Millionenhöhe. Trotzdem gelingen den Bullen nur 20 Festnahmen, es ergehen 5 Haftbefehle, 3 Menschen verbleiben in Untersuchungshaft. Es sind die schwersten Krawalle in Westberlin seit 1945.

Sebastian Lotzer hat uns für diese Sonderausgabe zum 1. Mai mehrere Kapitel aus seinem Roman ‘Begrabt mein Herz am Heinrichplatz’ zur Verfügung gestellt, die wir hier wiedergeben. Sunzi Bingfa

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Erster Mai 2009 Berlin (mit Video Edition)

Der letzte offensive 1. Mai den Berlin gesehen hat. Irgendwie kam er aus dem Nichts, war betörend schön, aber wie alle mysteriösen Geschehnisse, deren Genese sich dem Verstand entzieht, so verschwand all das was an diesem Abend aufblitze, auf genauso geheimnisvolle Weise wieder im Nebel, als wenn es dies alles niemals gegeben hätte. Zwei Berichte die danach auf indymedia erschienen sind, sowie der Verlauf der Demo in Bildern. Sunzi Bingfa

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Die Rede zur Verteidigung von August Spies in seinem Prozess nach dem Haymarket-Massaker

August Spies

Am Abend des 4. Mai 1886 wurde eine Versammlung zum Haymarket Square in Chicago einberufen, um gegen die Ermordung von vier Streikenden in den McCormick Harvester Works am Vortag zu protestieren. Es war eine friedliche Versammlung, und als sie von mehreren Tausend auf ein paar Hundert geschrumpft war, forderte ein Trupp von 180 Bullen die Menge auf, die Versammlung aufzulösen. Der Redner sagte, dass die Versammlung fast zu Ende sei, und dann explodierte eine Bombe inmitten der Bullen, wobei sechsundsechzig Bullen verletzt wurden, von denen sieben später starben. Die Bullen feuerte in die Menge, tötete mehrere Menschen und verletzte zweihundert. Obwohl es keine Beweise dafür gab, wer die Bombe geworfen hatte, wurden acht Anarchisten aus Chicago verhaftet, vor Gericht gestellt und zum Tode verurteilt. Dies wurde weltweit als die Haymarket-Affäre bekannt. Vier der acht wurden hingerichtet, darunter auch August Spies, der in diesem Text zu seiner eigenen Verteidigung spricht. Kurz vor seiner Hinrichtung sagte Spies: „Es wird eine Zeit kommen, in der unser Schweigen mächtiger sein wird als die Stimmen, die ihr heute erwürgt.“ Dieser Text ist 135 Jahre alt, aber einige Dinge haben sich bis heute nicht wirklich geändert. Natürlich würden wir heute nicht über indigene und arabische Menschen und Kulturen sprechen, wie es August in dieser Rede tat. Trotzdem ist dieser Text wichtig. Er zeigt die Entschlossenheit von August Spies zum anarchistischen und sozialistischen Kampf gegen den Kapitalismus und ist ein historisches Dokument der anarchistischen Geschichte.

Weshalb wir ihn übersetzt haben. Sunzi Bingfa

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Aktionen der Revolutionären Zellen zum 1. Mai 1975

An den Vorabenden des 1. Mai 1975 kommt es in mehreren Städten zu Anschlägen der Revolutionären Zellen. Die erste Ausgabe der Zeitung der RZ, “Revolutionärer Zorn” erscheint, und wird in diversen Städten verteilt und ausgelegt. Ziele der RZ sind die Ausländerpolizei in Westberlin, das Gebäude der Landesvertretungen von BDI, BDA, IHK in Mainz sowie das Gebäude der IHK in Ludwigshafen. In der Zeitung wird eine Erklärung zu den Aktionen veröffentlicht:

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