Sūnzǐ Bīngfǎ #29 – 18. Oktober 2021

Sūnzǐ Bīngfǎ wird vierwöchentlich veröffentlicht.

Themen in diese Ausgabe:

Unregierbar-Werden – Zu Di Cesares Buch „Die Zeit der Revolte“ (Achim Szepanski)

Warum haben Linksradikale Angst linksradikal zu sein? Anmerkungen zu „Deutsche Wohnen & Co. Enteignen“ (Maria von M. & Kvasir)

Schluß mit den “Selbstmorden”! [Stammheim, Stadelheim] (Arbeiterkampf, 1977)

Freizeit 81

Amsterdam 1985: Der Schlacht um die Staatsliedenbuurt (Riot Turtle)

Revolution überall“ – Ein Gespräch zwischen Hongkonger und libanesischen Demonstranten (Joey Ayoub und dem Lausan Kollektiv)

Die radikale Lifestyle Linke (Hannover)

Als wir 1974 das Werk der British Aircraft Corporation besetzten – Sowie Reflexionen für die Gegenwart (Angry Workers)

Sūnzǐ Bīngfǎ Nr. #29 – 18. Oktober 2021 als PDF Datei:

Online lesen (PDF): Sūnzǐ Bīngfǎ Nr. 29

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Unregierbar-Werden – Zu Di Cesares Buch „Die Zeit der Revolte“

Achim Szepanski

Das minoritäre Buch der italienischen Philosophin Donatella Di Cesare „Die Zeit der Revolte“ kann durchaus als Ergänzung und Erweiterung zu Andrew Culps „Dark Deleuze“ und Joshua Clovers „Riot.Strike.Riot“ gelesen werden. Schon auf den ersten Seiten spielt die Polizei als Formation des Sicherheitsstaates für Di Cesare eine wichtige Rolle. Hatte schon Clover davon gesprochen, dass die Polizei heute von den Aufständischen an jeder Ecke gesichtet werden kann und den öffentlichen Raum in einem Maß beherrscht, dass jeder in den Straßen artikulierte politische Dissens von vornherein lediglich den Charakter des Geduldeten und zugleich des jederzeit Eliminierbaren hat, so ortet auch Di Cesare die Polizei im Kontext einer Ökonomie des öffentlichen Raumes.

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Bambule, Bambule, Hamburger Schule

From Sunzi to Köpi Wagenplatz with love. Wir haben eine Chronologie rund um die Räumung des Bauwagenplatzes ‘Bambule’ am 4. November 2002 bearbeitet, um sie online stellen zu können, sowie einige ausgewählte Dokumente der Zeitgeschichte hinzugefügt. Am 15.10.2021 ist Tag X für den Köpi Wagenplatz. See you in the streets. 

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Sūnzǐ Bīngfǎ #28 – 20. September 2021

 

Sūnzǐ Bīngfǎ wird vierwöchentlich veröffentlicht.

Themen in diese Ausgabe:

Geiseln in Absurdistan, oder besser: der Pass und wir [Part I] (Wu Ming)

Ein geringeres Übel (Ghassan Salhab)

VON SAIGON NACH KABUL – Reflexion über einen Zusammenbruch

Italien: Ein paar Gedanken zu den Protesten gegen den „Grünen Pass“ (Stecco)

Kein Ort. Nirgends. – Zum 40. Todestag von Klaus Jürgen Rattay (Sebastian Lotzer)

Warten auf die Revolution (Hakim Bey)

GEMEINSAM ALLEINE: DIE STADT UND IHRE INSASSEN (Zündlumpen)

Sūnzǐ Bīngfǎ Nr. #28 – 20. September 2021 als PDF Datei:

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Cesare Battisti im Hungerstreik

Wie seine Familienangehörigen mitteilten befindet sich Cesare seit einigen Tagen im Hungerstreik. Seit Monaten in Totalisolation im Trakt im Knast in Kalabrien gehalten, weil seine einzigen Mitgefangenen dort islamistische Terroristen sind. Cesare hat wiederholt seine Verlegung gefordert, weil er mehrfach von Islamisten mit dem Tode bedroht wurde und er seine Angehörigen praktisch nicht sehen kann. Eingesperrt 40 Jahre nach Taten, für die er selbstkritisch die politische Verantwortung übernommen hat, wird ihm von den Behörden eine besondere Gefährlichkeit unterstellt, um die Rache des Staates zu exekutieren.

Cesare muss raus aus dieser Situation, die auf seine Vernichtung abzielt

Kurz vor Beginn seines Hungerstreiks hat er dies noch einmal in einem Brief Ende Mai an die zuständigen Behörden gefordert und erneut darauf hingewiesen, dass er sich faktisch seit 27 Monaten in Totalisolation befindet. 

Es folgt die Übersetzung eines Briefes von ihm, der jüngst am 6. Juni 2021 auf Carmilla erschien und während seines letzten Hungerstreiks im Herbst 2020 verfasst wurde. Wir weisen an dieser Stelle auch nochmal auf den Beitrag ‘Kalabrisches Guantanamo’ hin, den wir in der letzten Ausgabe der Sunzi Bingfa veröffentlicht haben und in dem Cesare ausführlich auf seine politische Geschichte eingeht. 

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Züri brennt – Der Kampf um das AJZ [Häuserkampf und Klassenkampf Part 10]

Ausgerechnet in der im ewigen Biedermeier zu verharrenen Schweiz brachen Anfang der 80er Jugendkrawalle aus, die das Land erschütterten und weit über die Schweiz hinaus ausstrahlten. Überall wurde das Packeis aufgebrochen und mit Bedauern festgestellt, dass Beton nicht brennt. Da wir große Freunde der oral history sind, was geneigten Leser*innen nicht verborgen geblieben ist, folgen an dieser Stelle einige Interviews mit Beteiligten, die wir dem wunderbaren Sammelband “Wir wollen alles und zwar subito” entnommen haben, der 2001 im Limmat Verlag erschienen ist. Leider ist das Buch mittlerweile vergriffen, aber ein umfangreiches Online Archiv findet sich noch hier. Hinzugefügt haben wir noch eine Chronologie, die auch aus der genannten Quelle stammt, das Ganze schließlich etwas aufbereitet und bebildert. Sunzi Bingfa

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Häuserkampf in den Niederlanden: Keine Wohnung! Keine Krönung! – 1980 [Teil 2]

Riot Turtle

Nach dem Kampf um ein besetztes Haus in der Vondelstraße, über den wir in der letzten Ausgabe von Sunzi Bingfa berichtet haben, befasst sich dieser zweite Teil unserer Serie über Häuserkämpfe in den Niederlanden mit dem Aktionsmonat der Hausbesetzerbewegung im April 1980. Der Aktionsmonat erreichte am Krönungstag von Beatrix, dem 30. April 1980 seinen Höhepunkt. Dieser 30. April 1980 war die größte Revolte, die in den Niederlanden nach dem Zweiten Weltkrieg stattgefunden hat. Dieser Beitrag erzählt von jenem April, außerdem haben wir dem Dokumentarfilm über den 30.4.1980: „Keine Wohnung! Keine Krönung!“ eine deutsche Untertitelung hinzugefügt. Den Film findet Ihr am Ende des Textes. Sunzi Bingfa

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Corona Riots in den Niederlanden: „Die Regierung hat den Familien Millionen gestohlen, hat Familien zerstört„

Riot Turtle

(Bild oben: Archivbild von älteren Zusammenstößen mit der Polizei in den Niederlanden.)

Seit letztem Wochenende ist es in den Niederlanden unruhig. In Urk haben Faschist*innen und Querdenker am Samstag eine Corona-Teststraße niedergebrannt. In Amsterdam und Eindhoven kam es am Sonntag zu Ausschreitungen, nachdem rechtsextreme Gruppen wie PEGIDA-NL und Querdenker in beiden Städten zu Demonstrationen gegen die Ausgangssperre aufgerufen hatten. Der seltsame Querfront-Mix in den Niederlanden bei dieser Art von Demonstrationen ist ähnlich wie in Deutschland und Österreich. Was anders ist, ist, dass Jugendliche die Querfront-Proteste in Eindhoven am Sonntag gekapert haben. Einige Fascho-Hools beschwerten sich in den sozialen Medien, dass sie dabei von migrantischen Jugendlichen zusammengeschlagen wurden. In einigen Videos skandierten Jugendlichen antisemitische Schimpfwörter. Also sind das alles rechtsextreme und antisemitische Jugendliche? Nein, auch wenn ich natürlich jedes rechtsextreme und antisemitische Verhalten verurteile, so einfach ist es nicht. Es ist eine schwierige und komplexe Situation. Ein Versuch, die Corona-Unruhen in den Niederlanden einzuordnen.

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Vorwärts Barbaren

Endnotes

Die Revolten, die die Welt von 2011 bis 2013 erschütterten, und die Aufstände von 2019 und 2020 sind keine Ausnahmeerscheinungen. Sie sind Teil einer wachsenden planetarischen Akkumulation von Kämpfen, die mit der Wirtschaftskrise von 2008 begonnen hat.’ Wir haben diesen Text von ’Endnotes’ für die Sunzi Bingfa übersetzt.

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